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Osuofia in London
NGR 2003, R: Kingsley Ogoro, D: Nkem Owoh, Mara Dewent, 90’ | DVCAM, OmeU



Dass der Titelheld Osuofia, dem der Starcomedian Nkem Owoh sein Gesicht und die ganze ungelenke Physis leiht, eine etwas beschränkte Weltsicht hat, prädestiniert ihn zum komischen Helden dieses Fish-out-of-water-Szenarios. Nach dem Tod des entfremdeten Bruders, der es in London zu einigem Geld und Prestige gebracht hat, findet sich der Dorfbewohner Osuofia mit einer üppigen Erbschaft wieder. Um sie einzukassieren, muss er sich jedoch auf eine Reise nach London, in die Hauptstadt des ehemaligen »Mother
Country «, begeben.
Kingsley Ogoros Behandlung dieses vorprogrammierten Kulturschocks schwelgt in Klischees und Übertreibungen, wovon auch die britische Besetzung nicht ausgenommen ist. Später wird das Verhältnis von Peripherie und Metropole gewissermaßen umschlagen: Dann ist es nicht mehr London, das den weltfremden Dorftrottel vor eine Herausforderung stellt, sondern umgekehrt – etwa wenn Osuofia den verschlagenen Erbverwalter nigerianischer Herkunft derart auf die Palme treibt, dass dessen überhebliche Fassade aus Maßanzug und Queen‘s English mit einem Mal in sich zusammenbricht.
Osuofia in London ist eine der erfolgreichsten nigerianischen Produktionen aller Zeiten, an der afrikanischen Kinokasse konnte sie es sogar mit Hollywood aufnehmen. So zog die Premiere in Lagos mehr Zuschauer an als jene von The Lord of the Rings am selben Tag in Nairobi.

Di 15.6. 20h


Einführung: J. Enoka Ayemba


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