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Maynila sa mga pangil ng dilim | Manila in the Fangs of Darkness
RP 2008, R: Khavn de la Cruz, Carljoe Javier, K: Albert Banzon, D: Bembol Roco,
Ella Cortez, 72‘ | DigiBeta, OmeU



Eine wilde, bösartige Geschichtslektion vom Enfant terrible des neuen philippinischen Kinos: Bembol Roco irrt als Kontra Madiaga durch die Straßen Manilas und verfolgt
seine ehemalige Geliebte Ligaya.
Er hat dies schon einmal getan, gut drei Jahrzehnte früher, in einem anderen Film, in Lino Brockas Schlüsselwerk Maynila: Sa mga kuko ng liwanag (Manila in the Claws of Neon). Dieser und andere Filme überlagern sich in Khavns Werk mit der Passage des sich zunehmend psychotischer gebärenden Roco: einzelne Szenen der Klassiker dringen in
die Handlung ein, Vergangenheit und Gegenwart werden zusehends ununterscheidbar.
Roco beginnt schließlich einen blutigen Rachefeldzug gegen Ligayas Peiniger und allgemeiner gegen die Vergangenheit. Die Geschichte der Gewalt und der Demütigung pflanzt sich wie von selbst fort und schaltet sich kurz, ohne dass sich irgendeiner der von ihr Betroffenen dagegen zu wehren vermag.
Manila in the Fangs of Darkness schichtet defizitäre Bilder. Die von alten, abgenutzten Videotapes gezogenen Brocka-Szenen unterwandern die digitale Arte Povera Khavns, die nie darauf aus ist, einen klassischen Illusionsraum zu etablieren. Geschichte existiert für dieses Kino nur in solchen Defiziten, wird geborgen aus den Fehlern, aus Rauschen und Knacken, aus Flirren und falschen Farbwerten, aus ungenauen Anschlüssen und korrupten Parallelmontagen.

Di 01.06. 20h

Remarks by H.E. Delia Domingo Albert, Ambassador of the Republic of the Philippines, Einführung der Kuratoren


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