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Linha de Passe
BR 2008, R: Walter Salles, Daniela Thomas, D: Sandra Corveloni, João Baldasserini, Vinícius de Oliveira, 113’ | 35 mm, OmeU



Cleusa (Sandra Corveloni) ist alleinerziehende Mutter und großer Fußballfan. Als Putzfrau arbeitet sie in einem Apartment der Bourgeoisie von São Paulo. Sie hat vier Söhne von vier verschiedenen Männern. Die Abwesenheit des Vaters, die schon in Walter Salles‘ viel gelobtem Central do Brasil thematisiert worden war, wird in Linha de Passe (»Grenzlinie«) zum Motor der Suchenach Selbstentwürfen und Rettungswegen. Die Familienkonstellation ist äußerst heterogen, die vier Brüder unterscheiden sich in Hautfarbe, Träumen und Lebenszielen: Der kleine Reginaldo, der an Bilder schwarzer Straßenkinder in Héctor Babencos Pixote erinnert, sucht verzweifelt nach seinem Vater; Dario verfolgt den Traum, Fußballspieler zu werden; Dênis versucht, als Motorradkurier Geld zu verdienen und Dinho flüchtet sich in eine evangelikale Gemeinde. Die vier Schicksale stehen durch eine präzise
Parallelmontage und durch die atmosphärische Musik Gustavo Santaolallas in Dialog miteinander. Trotzdem ist Linha de Passe kein Episodenfilm im strengen Sinne. Die fiktionale Ebene, auf der das Fußballspielen oder die langen tracking shots einer Mofafahrt metaphorische Bedeutung gewinnen, steht neben einem dokumentarischen Realismus, der die Kontraste zwischen Orten und Klassen sinnfällig macht.

Mi 9.6. 20h


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