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Le remords
F 1973, R: René Vautier, 11' | Beta SP, OF

Nuit noire, 17 octobre 1961
F 2005, R: Alain Tasma, D: Florence Thomassin, Atmen Kelif, Clotilde Courau,
108‘ | DVD, OmeU



Im Oktober 1961, wenige Monate vor der Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich,
ruft die algerische Befreiungsbewegung, der FLN, zu einer Demonstration in Paris auf.
Die bloße Ankündigung der Demonstration löst Befürchtungen aus, der Algerienkrieg
könne vollends nach Frankreich herüberschwappen. Das sollte in der Tat geschehen,
wenngleich anders als gedacht: Der Polizeipräfekt von Paris, Maurice Papon – ehemaliger Kolonialbeamter und Nazikollaborateur in Vichy –, bedient sich in den Kolonien erprobter Methoden der Aufstandsbekämpfung. Die Pariser Polizei erhält den Auftrag, mit allen Mitteln
zu verhindern, dass die Demonstranten in die Innenstadt gelangen. Das Ergebnis ist eines der blutigsten Massaker in Europa nach Ende des Zweiten Weltkriegs: bis zu 200 Tote und Verschwundene, unzählige Verletzte, 14.000 Festnahmen, Leichen treiben in der Seine.
Nuit noire, 17 octobre 1961 ist ein Beispiel für eine Reihe von Filmen aus den letzten Jahren, die sich verdrängten Kapiteln der Kolonialgeschichte angenommen haben. Tasmas Film half, die Ereignisse jenes 17. Oktober erneut einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen. In seiner Darstellung der Lebensbedingungen in den Barackenstädten, die den Bauvorhaben der 1960er und 1970er Jahre vorausgingen, führt er zurück zu den Anfängen einer Selbstäußerung algerischer Migranten im französischen Kino.
Einführung: Christoph Kalter

Sa 19.6. 21h

Einführung: Christoph Kalter


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