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Independencia
RP/F/D/NL 2009, R: Raya Martin, B: Ramon Sarmiento, Raya Martin, K: Jeanne Lapoirie,
D: Sid Lucero, Alessandra de Rossi, Tetchie Agbayani, 77‘ | 35 mm, OmeU



Der zweite Teil der (film-)historischen Trilogie Martins stellt wie der Vorgänger aufwändig historische Filmästhetiken nach, landet dabei aber nicht beim Pastiche, sondern bei einer Form, die ihre absurde Historizität mitkommuniziert. Ästhetische Vorlage ist das klassische Hollywoodkino der frühen Tonfilmära. Independencia ist vollständig in einem kleinen Studio gedreht, komplett mit gemalten Hintergrundbildern und dramatischen Lichteffekten. Es ist die Fantasie eines Fensters, das es nie gegeben hat, auf eine Welt, die zu weiten Teilen aus Pappmaschee und bemaltem Karton besteht – und dabei eines der schönsten Werke des politischen world cinema. Der Film spielt in den ersten Jahren des 20. Jahr-hunderts während des philippinisch-amerikanischen Kolonialkriegs. Die Geschichte ist in zwei Abschnitte untergliedert und wird durch ein faux-Newsreel unterbrochen, das einen kolonialistischen Blick auf die Philippinen emuliert. Im ersten Filmabschnitt flieht eine Mutter mit ihrem Sohn angesichts der amerikanischen Invasion in eine bergige Regenwaldregion. Bald stößt eine junge Frau zu ihnen, die von amerikanischen Soldaten vergewaltigt wurde. In der zweiten Filmhälfte ist die Mutter gestorben, die Fremde hat ein Kind zur Welt gebracht,
die Soldaten rücken näher und während einer großartigen Gewittersequenz tritt ein Gespenst auf.

Sa 5.6. 21h

Einführung: Maximilian Linz



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