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Encarnação do Demônio | Embodiment of Evil
BR 2008, R: José Mojica Marins, D: José Mojica Marins (aka Coffin Joe), Milhem Cortaz,
94‘ | 35 mm, OmeU



Im Rahmen des Filmfestivals von Venedig 2008 erlebte der brasilianische Kult-
Horrorregisseur José Mojica Marins sein glorreiches Comeback. Mit Encarnação do Demônio vollendet der von Glauber Rocha verehrte Filmemacher seine diabolische
Coffin-Joe-Trilogie – ganze 40 Jahre nach Fertigstellung der ersten beiden Teile, At Midnight I will take your Soul (1963) und Tonight I’ll Possess Your Corpse (1966). Der Totengräber und Marins' Alter Ego Zé do Caixão aka Coffin Joe ist das absolute Zentrum dieses Triptychons: Als Anti-Held jenseits von Gut und Böse, mit schwarzem Zylinder, sehr langen Fingernägeln und profaner Amoralität, denunziert er den Aberglauben und obskurantistischen Katholizismus Brasiliens. Von Größenwahn besessen, will er die perfekte Frau finden, um seine Blutlinie weiterzuführen.
In Encarnação do Demônio kommt Coffin Joe/Marins als alter Mann aus dem Gefängnis. In einem Versteck in den Favelas von Rio de Janeiro setzt er seine dämonischen Experimente an Frauen fort. Seine Praxis evoziert Lucio Fulcis Gore-Exzesse und führt geradewegs in ein psychedelisch Dante'sches Fegefeuer. Als schwarzweiße Silhouetten tauchen immer wieder Charaktere aus den vorherigen Filmen auf: die charakteristische «cheapness» des
früheren Marins ist vorbei, der provozierende Gestus bleibt.

Sa 12.6. 19h


Einführung: Cecilia Valenti


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